Nach Norwegen auswandern: Schritt für Schritt erklärt!

Roberto Hamidi
24.09.20
7 Minuten Lesezeit

Atemberaubende Natur, Angelparadies und entspanntes Miteinander sind nur ein paar der magischen Aspekte Norwegens. Zwar kann das Wetter etwas abschreckend wirken, doch welche Medaille hat nur eine Seite?

Das Auswandern nach Norwegen mag auf den ersten Blick mit viel Aufwand verbunden sein. Wenn du dich allerdings an dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung orientierst, gibt es nichts zu befürchten.


In Norwegen bezahlen? Lass dich nicht auf überteuerte Wechselkurse ein!

Sobald du in Norwegen unterwegs bist, wirst du dir irgendwie die lokale Währung norwegische Krone (NOK) beschaffen müssen. Leider kannst du bei den meisten Banken und Wechselstuben davon ausgehen, dass dich ein schlechter Wechselkurs mit Aufschlag erwarten wird. Der einzig faire Wechselkurs ist derjenige, den die Banken auch untereinander verwenden, der sogenannte Devisenmittelkurs.

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Norwegen auf einen Blick

Wusstest du, dass Norwegen eine Landgrenze mit Russland hat? Hier sind ein paar weitere, interessante Fakten:

  • 5,43 Millionen Einwohner
  • Die Hauptstadt ist Oslo
  • Weitere große Städte sind Bergen, Trondheim, Stavanger und Bærum
  • Die Währung ist Norwegische Kronen (NOK)
  • Aktuell leben etwa 604.000 Ausländer bzw. Einwanderer in Norwegen
  • Davon sind knapp 25.000 Deutsche¹
  • Die Amtssprache in Norwegen ist Norwegisch
  • Norwegen erstreckt sich von einer kalten Polarzone bis zum gemäßigten Klima
  • Der monatliche Durchschnittsverdienst lag 2018 bei etwa 44.300 NOK²

Wie ist das Leben in Norwegen?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beschäftigt sich seit 2011 mit der Auswertung der Lebensqualität verschiedener Länder. Dies findet auf Basis verschiedener Faktoren. Norwegen liegt dort stets weit vorne, insbesondere bei den Aspekten Sicherheit und Lebenszufriedenheit.³

Mit der Größe des Landes und der geringen Bevölkerungsdichte findet man ein reges Leben vor allem in den Städten und im Süden des Landes. Doch egal wo man ist, Norwegen ist ein sehr familienfreundliches Land.

Üblicherweise gehen beide Elternteile arbeiten, doch ein Kita-Anspruch besteht ab dem ersten Jahr und man kann sogar seine Kinder mit zur Arbeit nehmen. Die Kultur ist eher entspannt, Menschen duzen sich und sind viel im Freien unterwegs.

Was etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte ist, dass in Norwegen oft ein “Standardleben” geführt wird. Auf alternative Lebensformen wird häufig mit Stirnrunzeln reagiert. Zurückzuführen ist das auf das Janteloven “Gesetz” was die Gleichheit von Allen gelobt.

Auch Privatsphäre wird dort sehr großgeschrieben, wodurch das Knüpfen von engen Freundschaften eine Herausforderung darstellen kann.

Dos and Don’ts in Norwegen

Oslo

Dos

  • Duzen und Begrüßung mit “Hei”
  • Bescheidenheit und Zurückhaltung
  • Schuhe ausziehen in Wohnungen
  • Mitbringsel, falls man beim Essen eingeladen ist
  • Pünktlich sein
  • Dem Gastgeber beim Saubermachen helfen
  • Viel “Takk” sagen (Danke)

Don’ts

  • Kritik am Land ausüben
  • Verhandeln
  • Mehr als 10 % Trinkgeld geben
  • Körperliche Nähe in der Öffentlichkeit
  • Betrunken Autofahren
  • Mit Koffer reisen, die Straßen sind nicht dafür ausgelegt
  • Taxi nehmen, ohne nach dem Preis zu fragen
  • Unter der Woche öffentlich Alkohol trinken

Lebenshaltungskosten in Norwegen

Das Leben in Norwegen ist teurer als hierzulande. Damit du dir einen Überblick verschaffen kannst, wie viel teurer, folgt jetzt eine Tabelle mit den üblichen Lebenskosten in Bergen.⁴

1 Zimmer Wohnung im Stadtzentrum9719 NOK
Internetkosten 60 Mbps464 NOK
Handyvertrag unbegrenztes Internet579 NOK
günstige Mahlzeit Restaurant180 NOK
McMeal bei McDonalds111 NOK
Monatskarte öffentliche Verkehrsmittel780 NOK
Benzinpreis pro Liter16,13 NOK

Schritt 1: Rechtliche Voraussetzungen klären

Norwegen ist zwar kein Mitglied der EU, doch eng mit dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verknüpft. Dadurch kann man als Deutscher einfach in das Land reisen und dort auch arbeiten ohne, dass man eine extra Genehmigung braucht.

Wer jedoch länger als 90 Tage im Land bleiben möchte, der braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Diese lässt sich unkompliziert bei der Einreise beantragen. Alles, was man dafür braucht, ist ein Reisepass und eine Krankenversicherung, die anfallende Kosten übernimmt.

Außerdem muss man entweder über ein ausreichendes Vermögen verfügen, um für den Lebensunterhalt sorgen zu können oder eine Arbeitsstelle nachweisen können. Alternativ reicht als Rentner auch die hohe Rente.

Schritt 2: Eröffne ein Bankkonto

Damit du in Norwegen ein Bankkonto eröffnen kannst, brauchst du die sogenannte P-Nummer. Das ist die Personennummer, die dich auszeichnet. Diese kannst du, sobald du eine Aufenthaltserlaubnis hast, beim Einwohnermeldeamt beantragen.

Mit dieser Nummer und deinem Reisepass kannst du dann bei einer Bank in Norwegen ein Konto eröffnen. Wenn du nach Norwegen auswandern willst, brauchst du das unbedingt, da viele Transaktionen in Norwegen über Karte und einem damit verknüpften Bankkonto gehen.

Die Eröffnung des Bankkontos funktioniert außerdem nur vor Ort und manche Banken benötigen ein Empfehlungsschreiben deiner Hausbank in Deutschland. Die Ausstellung sollte allerdings kein Problem sein und du kannst es schon im Vorhinein abklären.

Sobald du dein Konto in Norwegen eröffnet hast, wird es Zeit, dass du dein Geld auch ins Land bringst. Dafür könntest du deine Hausbank bitten, es auf dein neues Konto zu überweisen. Diese verlangt in der Regel jedoch hohe Gebühren und berechnet einen Wechselkursaufschlag.

Günstiger kommst du davon, wenn du TransferWise nutzt. Denn bei TransferWise bekommst du bei jeder Überweisung den aktuellen Live-Wechselkurs, ganz ohne Aufschlag. So kannst du viel Geld sparen, was dir in deinem neuen Leben in Norwegen zugutekommt. Es fällt lediglich eine geringe Überweisungsgebühr an.

Schritt 3: Arbeit in Norwegen finden

Wenn du nach Norwegen auswandern willst, hast du die besten Chancen dafür, wenn du im Vorhinein eine Arbeitsstelle hast. Bei der Jobsuche behilflich sein kann auch die Bundesagentur für Arbeit. Dort gibt es das EURES-Programm, das Europäische Portal zur beruflichen Mobilität.

Branchen, in denen man gute Chancen hat einen Job zu finden sind alles rund um die Ölförderung, die Fischindustrie, Handwerker, pflegende Berufe wie Krankenschwester und Ärzte sowie Automechaniker und Maschinenbauer. Gerade bei letzteren kann man als Deutscher eine gute Ausbildung nachweisen.

Allerdings kannst du auch vor Ort auf die Suche gehen. Die lokalen Arbeitsämter und die norwegische Arbeitsverwaltung weiß, an welchen Stellen Hilfe benötigt wird und hilft gerne weiter.

Es gibt auch Jobportale, auf denen du fündig werden kannst. Dazu gehören:

Die nachfolgende Tabelle soll dir einen Überblick über die durchschnittlichen Jahresgehälter in verschiedenen Branchen verschaffen.⁵

Finanzen und Versicherungen693.600 NOK
IT492.000 NOK
Lehrberufe432.000 NOK
Fischaufzucht418.800 NOK
Bauarbeit390.000 NOK
Hotel- und Gastgewerbe308.400 NOK

Schritt 4: Wohnungssuche in Norwegen

Wohnung in Norwegen
Wir Deutschen sind ein Mieterland, in Norwegen ist es hingegen eher unüblich, zur Miete zu wohnen. Schon früh wird die eigene Wohnung gekauft, um sich abzusichern und am norwegischen Immobilienmarkt teilzuhaben. Dennoch gibt es Möglichkeiten, eine Wohnung zu finden.

In Norwegen gilt, je weiter vom Stadtzentrum du entfernt bist, desto günstiger und vor allem größer sind die Wohnungen. Für das Mieten brauchst du dabei oft nur einen Reisepass und musst eine Kaution bezahlen.

Bedenke, dass anders als in Deutschland, in Norwegen oft auch möblierte Wohnungen vermietet werden. Das hat für dich den Vorteil, dass du dir keine neuen Möbel kaufen musst. Oft sind sie allerdings etwas teurer. Wenn du eine möblierte Wohnung mietest, dann frag nach der Bestandsliste.

Für die Wohnungssuche kannst du auf folgende Portale zurückgreifen:

Damit du dir bereits vor deiner Auswanderung nach Norwegen ein Überblick über die Mieten verschaffen kannst, folgt eine tabellarische Auflistung mit Mietpreisen verschiedener Städte. Die Daten stammen von finn.no.

1 Zimmer Wohnung2 Zimmer Wohnung
Oslo11900 NOK17.000 NOK
Bergen8000 NOK13.000 NOK
Trondheim9000 NOK12.000 NOK
Stavanger5500 NOK9500 NOK

Schritt 5: Das Gesundheitssystem in Norwegen

In Norwegen gibt es sowohl eine gesetzliche Krankenkasse als auch private Versicherungsgesellschaften. Allerdings macht der private Sektor nur einen geringen Teil aus. Der Großteil der Norweger ist in der gesetzlichen Krankenkasse versichert.

Das Gesundheitssystem wird überwiegend aus den Steuern finanziert und zusätzlich wird eine Abgabe auf das Einkommen gezahlt. Dafür ist das Gesundheitssystem frei zugänglich. Wenn du also nach Norwegen ziehst, brauchst du dir diesbezüglich keine Sorgen zu machen.

Das bedeutet aber nicht, dass Arztbesuche kostenlos sind. In Norwegen müssen Patienten pro Besuch beim Hausarzt ca. 150 NOK zahlen und für Rezepte 36 % der Kosten selber tragen, bis zu maximal 300 NOK. Die Selbstbeteiligung ist auf eine Jahresgrenze von etwa 2000 NOK gedeckelt.

Schritt 6: Lerne Norwegisch!

Norwegen sprechen gutes Englisch und du wirst selten Probleme haben, nur mit Englischkenntnissen durchzukommen. Doch wenn du tatsächlich nach Norwegen auswandern und Anschluss in dem Leben dort bekommen willst, solltest du Norwegisch lernen.

In der täglichen Interaktion mit deinen Mitmenschen eröffnet dir das ganz neue Möglichkeiten, da du so auch den Norwegen zeigst, dass du Interesse an der Sprache hast. Du benötigst die Sprachkenntnisse außerdem für Internetrecherchen, beispielsweise wenn du auf finn.no nach Gebrauchtem suchen willst.

Schritt 7: Sei sozial!

In einem neuen Land Anschluss zu finden kann schwer sein, gerade dann, wenn die Sprache einen vielleicht hemmt oder man mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten noch nicht vertraut ist. Gib dir dennoch einen Ruck und versuche Kontakte zu knüpfen. Tiefe Beziehungen zu Norwegern können zugegebenermaßen manchmal schwerfallen.

Doch falls du zum Essen oder Wandern eingeladen wirst, sag ja! (und hilf später beim Abspülen) Es gibt außerdem genügend Möglichkeiten, mit anderen Deutschen oder Auswanderern in Kontakt zu kommen.

Die denkbar einfachste Methode ist via Facebook. Such einfach nach “Tysker i Oslo” (Tysker heißt Deutscher) oder “Expat in Bergen”. Versuche eine Kombination aus deinem Wohnort und einer Nationalität aus und du wirst bestimmt fündig.

Fazit zum Leben in Norwegen

Das Wetter in Norwegen kann manchmal ganz schön dunkel und kalt sein, doch die Leute machen das mit ihrer warmen Art wieder wett. Als EU-Bürger hast du gute Voraussetzungen nach Norwegen auszuwandern, da du in das Land für 3 Monate einreisen kannst, ohne Visumspflicht.

Wenn du alles geklärt hast und deine erste Wohnung mieten möchtest dann denke daran, dass du beim Geldtransfer mit TransferWise viel Geld sparen kannst. So lassen sich deine EUR in NOK ohne Aufschlag umwandeln und es fällt nur eine geringe Gebühr an.

Quellen:

  1. Befolkning, 1. Januar 2020, ssb.no, 2020
  2. Ländervergleich Norwegen: Arbeit, Gehalt und Leben, gehaltsvergleich.com, 2020
  3. Better Life Index, oecdbetterlifeindex.org, 2020
  4. Cost of Living in Bergen, numbeo.com, 2020
  5. Einkommen und Gehälter in Norwegen, elchburger.de, 2020

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