Wie du als Freelancer für internationale Kunden Geld sparen kannst

04.04.17
4 Minuten Lesezeit
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Du bist freiberuflich tätig für Kunden im Ausland? Dann wird dich dieser Gastbeitrag eines TransferWise-Kunden interessieren, einer Freelance-Autorin aus Irland. Sie zeigt dir, wie du versteckte Gebühren vermeiden und rund 10% deines Einkommens als Freelancer sparen kannst. Von Susan Connolly

Wechselkurse und Wunschdenken

Als Freelancer arbeite ich viel mit Kunden in Großbritannien, lebe aber in Irland und nutze den Euro. Leider sind meine Klienten nicht an Rechnungen in einer Fremdwährung interessiert.

Als ich also meine ersten Rechnungen in Pfund ausstellen musste, wollte ich abschätzen können, wie hoch mein Auszahlungsbetrag sein würde. Ich besuchte (1) die Seite XE.com, um den aktuellen Wechselkurs zu erfahren, gab (2) die Beträge ein und ging (3) davon aus, dass ich den angezeigten Betrag erhalten würde.

Pustekuchen, nicht mal annähernd.

Erkenne den Unterschied

Schauen wir uns ein Beispiel an. Heute ist Tag der Rechnungsausstellung an zwei Kunden in Großbritannien -- eine Rechnung von 100£ und eine weitere für 1.000£. Welchen Betrag in Euro sollte ich also auf meinem Konto erwarten?

Der von XE.com angezeigte Wechselkurs beträgt £1 = €€1,26507.

Bei diesem Kurs sollte ich für 100£ einen Betrag von 126,51€ und für 1.000£ sollte ich 1.265,07€ erhalten.

Während XE.com mir aber immer den Devisenmittelkurs anzeigt, verwenden Banken ganz andere Kurse. Auch wenn eine Bank angibt, keine Gebühr für den Fremdwährungswechsel zu berechnen, macht sie immer noch Profit durch den verwendeten Wechselkurs, der einen beträchtlichen Aufschlag enthält.

Schauen wir uns also an, wie viel ich erhalte, wenn ich einen der beliebten Überweisungsdienste nutze:

PayPal: ehrlich, aber teuer

PayPal gibt offen an, wie der genutzte Wechselkurs zustande kommt. Der Wechselkurs wird dem Marktwert im Großhandel entnommen und enthält eine zusätzliche Währungswechselgebühr.

Um aber herauszufinden, wie dieser Wechselkurs eigentlich steht, ist etwas Recherche nötig. Du kannst den Auszahlungsbetrag nicht mal abschätzen, wenn du kein aktives Konto hast.

Zunächst würde mein Kunde den in Rechnung gestellten Betrag in Pfund auf mein PayPal-Konto überweisen. Nach dieser Überweisung

  • werden aus 100£ 96,40£ und aus 1.000£ werden 964,00£**Dabei ist bemerkenswert, dass noch gar kein Währungswechsel stattgefunden hat--die Gebühren wurden bis jetzt lediglich für das Privileg gezahlt, PayPal nutzen zu dürfen. Als nächstes verwende ich das Umtausch-Tool von PayPal, um die Ergebnisse des Währungswechsels angezeigt zu bekommen.

  • Aus 96,40£ werden hier 119,20€, rund 7€ weniger als die erwarteten €126,51€. Meine 964,00£ werden zu 1.189,86€, also ganze €75€ weniger als der erwartete Betrag von €1.265,07€. Damit sieht PayPal nicht mehr ganz so attraktiv aus.

Internationale Banküberweisungen - die Pauschalgebühr ist gegen mich

Laut einer bekannten Großbank (nennen wir sie mal Lloyds) müssen meine Klienten eine Gebühr von 10£ zahlen, um eine Onlineüberweisung von unter 5.000£ an mich zu tätigen.

Kein guter Anfang, da bereits eine Gebühr von 10£ vor der Gutschrift auf meinem Konto erhoben wird. "Lloyds" wird zudem noch einen eigenen Wechselkurs verwenden.

Heute wurde der Kurs mit £1 = €1,23724 angegeben. Nach Abzug der Gebühr von 10£ bedeutet das:

  • Meine 100£” (nun 90£) werden zu €111,35€. Meine 1.000£ (nun 990£) werden zu 1224,87€. Was bedeutet all das für meine Gebühren und mein Einkommen? Schau dir die Tabellen unten an und du wirst sehen, warum ich mir auf die Zunge gebissen habe: Ich habe einen Verlust von 12% bei niedrigeren Rechnungen und von 6% bei höheren Beträgen--das ist insgesamt gesehen eine Menge Geld.

TransferWise: Warum habe ich euch nicht früher gefunden?

Anders als die genannten Dienste, nutzt TransferWise ausschließlich den Devisenmittelkurs zum Umtausch. Die Gebühren werden zudem klar gekennzeichnet und sind leicht zu verstehen: 2£ für Beträge bis zu 400£. Wenn ich mehr überweisen möchte, wird eine Gebühr von 0,5% erhoben.

Mit TransferWise ist der Auszahlungsbetrag bei meinen internationalen Überweisungen viel näher an meinen Erwartungen aus meiner Recherche auf XE.com.

  • Für 100£ erhielt ich €123.98€

  • Für 1.000£ erhielt ich 1.258,74€

Außerdem hätte ich mir mit der TransferWise Request Money-Funktion einigen Stress sparen können. Mit dieser Option kann ich den gewünschten Betrag direkt von meinen Klienten anfordern. Es wird ein Link generiert, den ich meinen Kunden schicken kann, und alles was sie noch tun müssen, ist dem Link zu folgen, ein kostenloses Konto zu erstellen und mir das Geld direkt über TransferWise zukommen zu lassen (das nimmt nur ein paar Minuten in Anspruch).

Die tatsächlichen Kosten des Währungswechsels (Oder auch: Wie viel Geld ich aus dem Fenster geworfen habe...)

Anbieter Was ich für 100£ erhalte Die echten Gebühren Verlust im Vergleich zum Devisenmittelkurs
Transferwise €123,98 €2,53 2,00%
PayPal €119,20 €7,31 5,78%
Euro von Bank in UK €111,35 €15,16 11,98%
Anbieter Was ich für 1000£ erhalte Die echten Gebühren Verlust im Vergleich zum Devisenmittelkurs
Transferwise €1.258,74 €6,33 0,50%
Euro von Bank in UK €1.224,87 €40,20 3,18%
Paypal €1189,86 €75,21 5,95%

Das habe ich gelernt

1) Schau dir die Zahlen immer genau an: Neben den Gebühren ist auch der Wechselkurs unglaublich wichtig, wenn man die wahren Kosten erfahren möchte. Ich habe Geld verschwendet, indem ich das nicht mit einbezogen habe.

2) Wann immer es möglich ist, erstellt hohe Rechnungen: Generell kann man sagen: je kleiner der Betrag einer einzelnen Rechnung ist, desto größer der Nachteil durch Wechselkurs und Gebühren. Der Grund sind Pauschalgebühren im Umtauschprozess. Wenn du Kunden also wöchentlich eine Rechnung stellst, sammle sie lieber und rechne monatlich ab. Für den kleinen Job zwischendurch oder kleinere Beträge, kannst du einfach mehr verlangen, um den Verlust auszugleichen.

3) Nutze TransferWise: Wie du sehen kannst, ist TransferWise den Alternativen bei beiden Beträgen überlegen. So hole ich mehr aus meinem Einkommen heraus und gestalte mein Leben freier. Es gibt keinen Zweifel: Freelancen ist eine tolle Art des Arbeitens. Aber man kommt auch schnell in Schwierigkeiten, wenn man nicht auf das Kleingedruckte achtet. Macht nicht die gleichen Fehler, die ich gemacht habe--wägt eure Optionen im internationalen Geldverkehr sehr genau ab.

Was waren deine größten Patzer beim Freelancen? Teile sie mit uns, sodass wir alle etwas daraus lernen können!

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