Wie eröffne ich ein Bankkonto in der Schweiz?

04.04.17
5 Minuten Lesezeit

Bei den meisten Menschen klingelt das ein oder andere Glöckchen, wenn der Begriff "Schweizer Bankkonto" fällt. Wenn du aber öfters in der Schweiz zu Besuch bist oder sogar planst, dort hinzuziehen, solltest du dich mit dem tatsächlichen Schweizer Bankwesen vertraut machen.

In der Tat gibt es im Schweizer Bankensystem einige markante Unterschiede. Für eine Bank ist es beispielsweise illegal, die Namen der Kontoinhaber preiszugeben - mitunter ein Grund, warum die Schweiz sehr beliebt ist bei Kunden, die einen sehr diskreten finanziellen Service suchen.

Das alltägliche Banking, die Prozesse und verfügbaren Produkte werden dir aber sehr bekannt vorkommen. Hier findest du eine Anleitung zur Eröffnung eines Bankkontos in der Schweiz.

Kann ich ein Bankkonto aus der Ferne eröffnen?

Es ist möglich, ein Konto in der Schweiz auch aus der Ferne zu eröffnen. Allerdings musst du die benötigten Dokumente per Post schicken, per E-Mail ist das nicht möglich. Manche Banken erlauben die Eröffnung eines Kontos durch einen Repräsentanten, der vor Ort die Dokumente in deinem Namen vorlegen kann. Wenn das für dich einfacher ist, erkundige dich, ob das bei der von dir ausgewählten Bank möglich ist.

Auch wenn es natürlich das einfachste ist, das Konto persönlich vor Ort zu eröffnen, kann es durchaus clever sein, bereits vorab alles geklärt zu haben. Und zwar deshalb, da Banken etwas zögerlich sein können, wenn du ein Konto ohne permanente Wohnadresse eröffnen möchtest - Vermieter hingegen sind wiederum zögerlich, an dich zu vermieten, wenn du kein lokales Bankkonto besitzt! Um alles in die richtigen Wege zu leiten, gilt der folgende Tipp:

Wenn du dich für eine Bank entschieden hast, frag nach Antragsunterlagen, die näher beschreiben, wie die Eröffnung eines Kontos funktioniert. Damit erhältst du alle Infos zu den benötigten Dokumenten und wie du den Prozess auch aus der Ferne abschließen kannst. Nach der Beantragung kann es zwischen einer Woche und einem Monat dauern, bis das Konto aktiviert ist. Debit- und Kreditkarten erhältst du nach der Freischaltung des Kontos.

Welche Unterlagen benötige ich, um ein Bankkonto in der Schweiz zu eröffnen?

Stelle dich darauf ein, dass du ziemlich viele Dokumente vorzeigen musst, wenn du ein Konto in der Schweiz eröffnen möchtest. Auch, wenn die Privatsphäre der Kontoinhaber sehr großen Stellenwert hat: die Banken müssen sichergehen, dass ein Konto nicht für missbräuchliche Zwecke verwendet wird.

Die Unterlagen, die du zur Eröffnung eines Kontos vorlegen musst, müssen authentifiziert werden. Du kannst dazu entweder persönlich bei einer Zweigstelle der Bank vorbeigehen oder notariell beglaubigte Kopien der Dokumente vorlegen. Auch wenn Schweizer Banken üblicherweise keine Zweigstellen außerhalb der Schweiz haben, verfügen einige Banken über Kooperationen mit anderen Bankinstitutionen. Das bedeutet, dass du deine Dokumente auch bei einer kooperierenden Bank in deinem Heimatland einreichen kannst.

Die erforderlichen Dokumente können von Bank zu Bank variieren, die Folgenden gehören aber auf jeden Fall dazu:

  • Identitätsnachweis - ein gültiger Reisepass
  • Nachweis des Aufenthaltsstatus - Visum, Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis
  • Wohnsitznachweis - aktuelle Nebenkostenabrechnung oder ein offizielles Schreiben

Wenn du noch nicht wohnhaft in der Schweiz bist, kann es sein, dass du nach einem Einkommensnachweis gefragt wirst, eine Kaution auf dein Konto überweisen musst oder einen Nachweis deines Arbeitgebers vorlegen musst, der deine Solvenz bestätigt. Banken prüfen die Herkunft des Geldes, das als Kaution verwendet wird. Staatsangehörige bestimmter Länder müssen bestätigen, dass sie die Steuerbehörde in ihrem Heimatland über die Bankaktivitäten im Ausland informiert haben.

Weitere Besonderheiten

Wenn du ein Bankkonto eröffnest, wird dir in den meisten Fällen ein persönlicher Bankberater zur Seite gestellt. Lass deine Bank vorab wissen, in welcher Sprache du mit deinem Berater kommunizieren möchtest. Grundsätzlich werden Beratungen in einer der vier offiziellen Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) angeboten. Es ist ratsam, direkt nach den persönlichen Kontaktdaten deines Bankberaters zu fragen. Das erleichtert so einiges.

Da viele Menschen zwar in der Schweiz leben, aber in einem anderen Land arbeiten (oder andersherum), bieten viele Banken Konten an, mit denen Abhebungen in Schweizer Franken sowie Euro möglich sind. Wenn auch du einer dieser Pendler bist, kann das von großem Vorteil sein. Erkundige dich am besten direkt bei der Bank deines Interesses, welche Optionen dir dort zur Verfügung stehen.

Mit welchen Gebühren muss ich rechnen?

Wenn du in der Schweiz ein Bankkonto eröffnest, kann es sein, dass dir ein Nummernkonto angeboten wird. Dabei handelt es sich um ein absolut anonymes Konto für alltägliche Bankgeschäfte - aber die Unterhaltungskosten dafür haben es in sich: du zahlst dafür um die 2000 CHF im Jahr. Da möchte man nicht aus Versehen reinstolpern!

Für Standard-Bankkonten werden ebenfalls Gebühren berechnet. Du kannst mit einer monatlichen Gebühr von ein paar Schweizer Franken für ein Basiskonto bis zu 30 CHF für ein Premiumkonto rechnen. Zudem können Gebühren entstehen, wenn du Geld an einem Bankautomaten eines anderen Geldinstituts oder mit deiner Kreditkarte abhebst, oder auch, wenn du Überweisungen an eine andere Bank machst.

Jede Kredit- oder Debitkarte, die deine Bank an dich ausstellt, ist mit einer jährlichen Gebühr von circa 30 CHF verbunden. Wenn du eine Kreditkarte haben möchtest, musst du eine Kaution in der Höhe des monatlichen Kreditlimits der Karte zahlen (oder sogar mehr; die Bedingungen werden individuell gestellt). Diese Kaution wird immerhin verzinst und mit Zinsen zurückgezahlt, wenn du dein Konto kündigst.

Aufgrund der Vielzahl an zusätzlichen Kosten und Gebühren ist es immer von Vorteil, wenn du dir alle Details für die entsprechenden Konten anschaust, bevor du dich für ein Produkt entscheidest. In einigen Fällen können Gebühren entfallen oder verringert werden, wenn du beispielsweise bereits ein Sparguthaben oder eine Hypothek bei der entsprechenden Bank hast. Frag einfach deinen Bankberater, welche Angebote es hier für dich gibt, bevor du dich entscheidest.

Welche Bank ist am besten für mich?

Auf den ersten Blick ist die Auswahl an Schweizer Banken riesig. Wenn du auf der Suche nach einem Standardkonto für alltägliches Banking bist, solltest du dich nicht auf Privat- und Investmentbanken konzentrieren, sondern eher auf Kantonal- oder Nationalbanken.

Kantonalbanken sind auf die Bewohner des entsprechenden Kantons ausgerichtet. Obwohl es sich um große Institutionen handelt, musst du deine Kantonalbank wechseln, wenn du in einen anderen Kanton ziehst. Wenn es wahrscheinlich ist, dass du innerhalb der Schweiz umziehen wirst, ist es besser, sich ein Konto bei einer Nationalbank wie UBS, Credit Suisse oder Raiffeisen anzulegen.

Post Finance
  • Das Banking wird hier durch die Schweizer Post betrieben
  • Konten für Privatkunden werden in CHF, EUR und 8 anderen Fremdwährungen angeboten
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und vielfältige Angebote, etwa kostenlose Konten für Studenten
UBS
  • Nationalbank mit Zweigstellen im ganzen Land
  • Mobil- und Onlinebanking verfügbar
  • Auswahl verschiedener Banking-Angebote, durch die du dein Konto an deine individuellen Bedürfnisse anpassen kannst
Credit Suisse
  • Eine "International tätige Bank mit Schweizer Wurzeln", beliebt unter ausländischen Kunden und Expats
  • Eröffne ein Konto nachdem du dich in der Schweiz registriert hast und lass dich persönlich beraten, damit du das Produkt auswählst, das für dich am besten geeignet ist
  • Eine große Palette von Bankdienstleistungen, einschließlich Hypotheken und Altersvorsorge - du kannst den Online-Rechner der Bank nutzen, um die Produkte besser kennenzulernen

Sobald du dein Konto eingerichtet hast, wirst du dich schnell an das Schweizer Bankwesen gewöhnen. Da Onlinebanking auch hier Standard ist, kannst du all deine finanziellen Angelegenheiten bequem online regeln und dich in der gesparten Zeit anderen Dingen widmen.

Die Schweiz ist aufgrund ihrer kosmopolitischen Städte und einem hohen Lebensstandard (ganz zu schweigen von der weltberühmten Schokolade) sehr beliebt bei Expats. Solltest du also darüber nachdenken, dorthin zu ziehen, solltest du dein Konto so schnell wie möglich eröffnen. Das ermöglicht dir, dich schneller einzuleben und dein neues Zuhause zu genießen.

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