Wie man als Deutscher in den USA zurechtkommt

07.10.16
3 Minuten Lesezeit

Deutsche, die Zeit in den USA verbringen, sind schon lange keine Seltenheit mehr. Und doch wartet dort die ein oder andere Überraschung auf unsereins

Im letzten Jahr berichtete der Economist, dass Deutsch-Amerikaner die größte ethnische Minderheitengruppe in den USA sind. Ungefähr 49 Millionen Amerikaner haben Vorfahren aus Deutschland - mehr als 3,5 Millionen von ihnen sind allein in den Jahren 2009-2014 in die Vereinigten Staaten gekommen. Darüber hinaus haben einige der größten amerikanischen Konzerne deutsche Gründer oder Namen: wie etwa Chrysler, Boeing, Heinz und Steinway.

Und die 590.000 deutschen Expats, die momentan in den USA leben? Wir wollten wissen, wie ihr neues Leben aussieht. Also haben wir deutsche TransferWise-Kunden befragt, die in die USA ausgewandert sind.

Bankkonten und Biermengen - hier einige der Herausforderungen, die auf dich als Deutschen in den USA warten:

Gesundheitswesen

healthcare

Kosten für Arztbesuche und Medikamente sind in den Vereinigten Staaten meist höher als in Deutschland. Es gibt zwar viele rezeptfrei verkäufliche Arzneimittel, allerdings muss man ohne die entsprechende Krankenversicherung tiefer in die Tasche greifen als bei der heimischen Apotheke. Der durchschnittliche Jahresbeitrag von Arbeitgebern an der medizinischen Familienversicherung betrug 2015 $17.545, der Arbeitnehmeranteil im Schnitt $4.955. Im Vergleich dazu: in Deutschland betragen die Kosten der Krankenversicherung geschätzt 15%.

Echtes Brot und echtes Bier

beer

Brot ist bekanntlich fast eine Religion in Deutschland. Brot wurde von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt - deutsches Brot gibt es in einer Vielfalt von tausenden Sorten. Kein Wunder, dass sich deutsche Auswanderer nach diesem heimischen Produkt sehnen. Mach dich in den Staaten besser auf eine Bagel-Diät statt Roggenbrot gefasst - es sei denn, du scheust den Aufwand nicht, eine Bäckerei zu suchen, in der das Backen noch als Kleinhandwerk ausgeführt wird.

A propos Handwerk: mittlerweile gibt es in den USA eine ganze Reihe an hervorragenden Mikrobrauereien, die hochwertiges 'Craft-Beer' produzieren. So muss man sich nur noch daran gewöhnen, dass in Pints statt Litern serviert wird...

Smalltalk

small-talk

Smalltalk wird in den USA ganz groß geschrieben. Mit viel Enthusiasmus werden belanglose Schwätzchen gehalten - auch mit Leuten, die man gerade erst kennengelernt hat. Dieser Brauch ist weit entfernt von dem höflichen Schweigen, das in Deutschland in der Öffentlichkeit meist gepflegt wird. Ob im Zug, beim Arzt im Wartezimmer oder in der Warteschlange im Supermarkt - mach dich besser auf überraschenden Smalltalk gefasst.

Viele Schlaglöcher, wenig Bus und Bahn

potholes

Deutsche Straßen sind berühmt für ihren glatten Asphalt, auf dem auch Geschwindigkeiten von 200km/h kein großes Problem sind. Wenn du allerdings einen Road-Trip durch die Staaten planst, bereite dich auf ein Fahrgefühl wie beim Ponyreiten vor. Das amerikanische Straßennetz ist riesig und große Teile davon sind alt und in schlechtem Zustand. Schlaglöcher sind also eher die Regel als die Ausnahme. Laut einem Bericht der Washington Post hat allein New York City nicht weniger als 300.000 Schlaglöcher, was jedem New Yorker Autofahrer jährlich rund $400 bis $500 an zusätzlichen Reparaturkosten beschert.

Öffentliche Verkehrsmittel sind in den USA eine nicht annähernd so praktische Lösung wie in Deutschland. Wenn du nicht gerade in New York bist, ist das Auto die bessere Wahl.

Banking

banking

Wenn du in der deutschen Bargeldkultur zuhause bist, wirst du dich hier etwas umgewöhnen müssen. Das Zahlen per Kreditkarte ist sehr beliebt und offene Rückzahlungen lassen sich über einen längeren Zeitraum abstottern. Es wird dich vielleicht auch überraschen, wie weit verbreitet Schecks in den USA noch sind - obwohl ein Scheckbuch gut und gerne $25 oder noch mehr kostet... willkommen in der Vergangenheit!

Ganz zu schweigen von der Erfahrung, die du machen wirst, wenn du Geld per Banküberweisung zurück nach Deutschland überweisen möchtest. Da gibt es den Aufschlag von 4% auf den Wechselkurs, dann noch Wire-Gebühren in Höhe von $40 und Wartezeiten von bis zu sechs Tagen ... zum Glück gibt's aber TransferWise!

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