Auslandsüberweisung Sparkasse: Kosten, Gebühren & Dauer

03.04.17
5 Minuten Lesezeit
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Wer Geld ins Ausland überweisen will merkt schnell, dass das trotz Internet und Online-Banking oft kompliziert sein kann.

Wir listen auf, was du bei einer Auslandsüberweisung mit der Sparkasse beachten musst, wie lange eine Überweisung dauern kann und welche Kosten dabei auf dich zukommen. Außerdem zeigen wir dir, wie du mit TransferWise Bankgebühren und schlechte Wechselkurse bei Auslandsüberweisungen in Fremdwährungen umgehen kannst.


Beispiel: 1.000 € online (beleglos) in die USA überweisen (getätigt in US-Dollar, Option SHARE).

Anbieter Gebühren Wechselkurs Kosten insgesamt
Sparkasse Berliner Sparkasse 12,50 € Von der Sparkasse festgelegter Kurs (mit Aufschlag) Min. 12,50 € + Wechselkurs-Aufschlag + eventuelle Gebühren der Empfängerbank und/oder der Korrespondenzbank(en)
TransferWise TransferWise 0,5% Der “echte” Devisenmittelkurs insgesamt nur 4,98 €

Die Preise & Gebühren der Berliner Sparkasse haben wir aus einem Auszug des Preis-Leistungsverzeichnisses der Berliner Sparkasse entnehmen können. Die Kosten können von Filiale zu Filiale unterschiedlich sein.

Courtage (Wechselkurs-Aufschlag) erfolgt nur für Zahlungen, die in der Währung des Ziellandes ausgeführt werden. Wenn du jedoch Euros verschickst, ist es möglich, dass die Empfängerbank einen Wechselkurs-Aufschlag berechnen wird.


Kosten einer Auslandsüberweisung mit der Sparkasse

Weil die Sparkasse ein Geflecht aus unterschiedlichen Trägern ist und sich von Region zu Region in ihrem Angebot und Konditionen unterscheidet, kann man keine allgemeingültige Aussage treffen, wie viel eine Auslandsüberweisung letztendlich kostet.

Zwar kannst du die Gebühren für eine Auslandsüberweisung meistens im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Sparkasse überprüfen. Die Gesamtkosten inklusive der Courtage (dem Wechselkurs-Aufschlag) lassen sich jedoch nur schwierig finden und oftmals muss man selber nachrechnen.

Sparkassen geben einem auf Nachfrage persönlich in der Filiale, per Telefon oder per Email Auskunft.

Häufig zahlst du wegen der komplizierten Kostenstruktur, eventuell anfallenden Gebühren bei der Empfängerbank und schlechten Wechselkursen, mehr als du müsstest.

Grundsätzlich gelten folgende drei Komponenten, aus denen sich die Kosten für eine Auslandsüberweisung zusammensetzen:

1. Die Gebühren

Gebühren fallen bei jeder Auslandsüberweisung an und können je nach Sparkasse einen festen Betrag kosten oder einen bestimmten Prozent- oder Promillesatz der Summe, die du überweisen möchtest.

Die Berliner Sparkasse berechnet zum Beispiel als Abwicklungsgebühr 1,50‰ der Überweisungssumme – mindestens jedoch 15€, maximal 500€ (Stand: Dezember 2016).

Per Überweisungsformular (in der Filiale) Online (beleglos)
1,50‰ (mind. 15,00 € - max. 500,00 €) 1,00‰ (mind. 10,00 € - max. 500,00 €)

Beispiel:
Bei einer Online-Auslandsüberweisung in die USA in Höhe von 1.000€ würde dir die Berliner Sparkasse als Abwicklungsgebühr schonmal 10€ berechnen. Es kommen leider noch weitere Kosten hinzu.

2. Wichtiger Kostenfaktor: Der Wechselkurs

Wenn du einen Betrag in einer Fremdwährung überweist, erlaubt sich deine Sparkasse diesen Betrag zu einem von ihr festgelegten Wechselkurs umzurechnen.

Zusätzlich wird beim Wechseln in eine andere Währung eine sogenannte Courtage verlangt – quasi ein Entgelt für den Service des Währungstausches. Die Courtage ist in der Regel an die Höhe der Tauschsumme gekoppelt, die Berliner Sparkasse belastet z.B. 0,25 ‰ des Überweisungsbetrags (min. 2,50€ - max. 100€).

Die Kosten für die Währungsumrechnung variieren nach Betrag, Zielland und Sparkassenfiliale – nicht nur wegen unterschiedlicher Wechselkurse, sondern weil eine Überweisung in manche Länder mit mehr Aufwand für deine Bank verbunden sein kann.

3. Die Zuschläge

Auslandsüberweisungen dauern häufig etwas länger als eine Überweisung im Inland. Wenn du es besonders eilig mit deiner Überweisung hast, kannst du sie auch als Eilüberweisung aufgeben.

Dafür verlangt die Berliner Sparkasse z.B. einen Fixbetrag von 10€ .

Um festzulegen, wer bei der Auslandsüberweisung für diese Kosten aufkommen soll, kannst du aus drei verschiedenen Überweisungsmodi auswählen:

OUR Du bezahlst alle Gebühren (der Empfänger erhält die volle Überweisungssumme)
BEN Der Empfänger zahlt alle Gebühren – er erhält die Überweisungssumme abzüglich der Gebühren
SHARE Gebühren werden aufgeteilt – du zahlst die Gebühren deiner Bank, der Empfänger die Gebühren seiner Bank

Achtung: Bei SHARE kann es zu weiteren Kosten kommen, wenn deine Sparkasse für die Überweisung Zwischenbanken, sogenannte Korrespondenzbanken, nutzt. Diese berechnen eventuell zusätzlich eigene Gebühren.

Das Problem mit dem Wechselkurs

Der Wechselkurs ist oftmals der größte Kostenfaktor bei einer Auslandsüberweisung. Denn je nachdem welchen Kurs dir deine Bank bei einem Transfer berechnet, kommst du günstiger davon oder zahlst ordentlich drauf.

Das fällt besonders bei hohen Überweisungssummen auf – je mehr du überweist, desto mehr kannst du sparen, wenn du einen möglichst günstigen Wechselkurs bekommst.

Viele Banken verraten ihren verwendeten Wechselkurs aber nur bei telefonischer Nachfrage. Das ist intransparent und unfair gegenüber Verbrauchern.

Für Banken ist der Währungstausch eine gute Möglichkeit um Gebühren zu verlangen. Denn durch einen für dich schlechteren Wechselkurs kann die Bank mehr Geld für sich behalten.

Welcher Wechselkurs ist fair?

Wechselkurse werden von Finanzmärkten auf der ganzen Welt festgelegt. Dort kaufen und verkaufen Händler Währungen zu bestimmten Kursen. Diese Kurse ändern sich je nachdem wieviel Angebot es von einer bestimmten Währung gibt, und wie viel sie nachgefragt wird.

Sowohl Kauf- und Verkaufskurse sind aber immer für eine Seite unfair. Möchtest du beispielsweise für einen Urlaub bei einem Tauschhändler an einem Flughafen Geld wechseln, zahlst du immer einen höheren Beitrag für die getauschte Währung – und wenn du am Ende des Urlaubs wieder in deine eigene Währung zurücktauschen möchtest, bekommst du weniger zurück.

Die fairste Art und Weise mit Wechselkursen zu arbeiten ist der sogenannte Devisenmittelkurs. Dieser Wechselkurs ist der Mittelpunkt zwischen Kauf- und Verkaufspreis einer Währung und ist ständig in Bewegung.

Der Devisenmittelkurs ist sozusagen der “echte” Wechselkurs der Finanzmärkte.

Da dieser Kurs immer in der Mitte liegt, wirst du beim Tausch also nicht übers Ohr gehauen, sondern kannst transparent und fair dein Geld wechseln. Den aktuellen Devisenmittelkurs kannst du zum Beispiel bei Finanzen.net oder Yahoo Finance finden.

Theoretisches Beispiel:
Du möchtest 1000€ auf ein Konto in US-Dollar überweisen. Deine Bank berechnet dir zusätzlich zu ihren Gebühren einen Wechselkurs von 1,0268. Eine schnelle Suche im Internet (“Euro USD Wechselkurs”) ergibt aber einen Devisenmittelkurs von 1,0568.

Du überweist Wechselkurs Empfänger erhält Wechselkurs Kosten
1000 € 1,0568 (Devisenmittelkurs) $1.056,80 Kostenlos
1000 € 1,0268 (Wechselkurs deiner Bank) $1.026,80 $30

Durch ihren eigenen Wechselkurs berechnet dir deine Bank also $30 bzw. 28,39€ mehr als bei einer Überweisung zum Devisenmittelkurs.

Eine günstige und transparente Alternative: TransferWise

Wenn du mit TransferWise überweist, wird dein Geld zum “echten” Wechselkurs, dem Devisenmittelkurs umgerechnet.

Du erfährst auf der Webseite sofort, wie der Kurs aktuell zu deiner Zielwährung steht und kannst so sehen, wie viel Geld beim Empfänger ankommt.

Zusätzlich zeigt dir TransferWise immer transparent an, welche Gebühren für deine Auslandsüberweisung berechnet werden.

Mit TransferWise überweist du also zum aktuellen, echten und fairen Wechselkurs und hast sofort im Blick, wie viel dich deine Auslandsüberweisung insgesamt kostet.

Wie gebe ich eine Auslandsüberweisung bei der Sparkasse in Auftrag?

Eine Auslandsüberweisung kannst du sowohl in Sparkasse-Filialen mit dem Formular "Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr" als auch beleglos per Onlinebanking oder mit einer Banking-Software wie z.B. SFirm anweisen.

Du benötigst:

  • Name des Zahlungsempfängers
  • vollständige Adresse des Zahlungsempfängers
  • die IBAN (internationale Kontonummer) des Zahlungsempfängers
  • den BIC (internationale Bankleitzahl) des Zahlungsempfängers.

Du musst die Zielwährung angeben und kannst dann normalerweise auswählen, wie die Gebühren für die Überweisung aufgeteilt werden sollen (siehe “Zuschläge” weiter unten).

Dauer einer Auslandsüberweisung mit der Sparkasse

Eine Auslandsüberweisung mit der Sparkasse dauert in der Regel zwischen 2 und 5 Werktagen und unterscheidet sich nach dem Zielland der Überweisung.

Unter den Begriff “Auslandsüberweisung” fallen SEPA-Überweisungen nicht (auch wenn dabei Geld ins Ausland überwiesen wird). SEPA-Überweisungen in Euro sind kostenlos und werden bei elektronischer Übermittlung innerhalb eines Werktages überwiesen.

Auslandsüberweisungen in andere Währungen und/oder Länder außerhalb des Euro-Zahlungsverkehrsraums dauern wegen des aufwändigeren Transfers und dem Währungstausch länger.

Wenn deine Überweisung aber besonders dringend ist und schnell beim Empfänger ankommen soll, kannst du den Zahlungsprozess beschleunigen, indem du einen Eilzuschlag bezahlst - bei der Berliner Sparkasse zum Beispiel in Höhe von 10€ (siehe Preis - und Leistungsverzeichnis).

TransferWise ist die clevere Alternative für Auslandsüberweisungen.

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